
Biedermeier Möbel Ankauf Dresden
Der Biedermeier ist eine Epoche, welche zwischen dem Jahr 1815, dem Ende der Napoleonischen Kriege und dem Jahr 1848, dem Jahr, in dem die Europäische Revolution stattfand, angesiedelt war. In den Erinnerungen der Geschichte gilt der Biedermeier, dessen Epoche nur wenige Jahre betrug, als der Innbegriff einer guten alten Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war. Die Männer trugen Zylinder, Postkutschen bestimmten das Bild der Kleinstädte, die Handwerker arbeiteten fleißig, die Natur war schön und die Welt so intakt, wie sie nur sein konnte.
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Dieses Leben spiegelte sich auch in den Wohnräumen der Menschen dieser Zeit wieder. Die Wohnhäuser und dessen Wohnstuben der Bürgerleute waren behaglich eingerichtet und schöne Möbel mit schlichten Formen bestimmten das Bild. Fast alle Darstellungen, die uns Heute über die Einrichtung von Wohnstuben, Schlössern oder Palais bekannt sind, beruhen auf Quellen, die sich auf den Salon beziehen. Über die Nebenräume ist uns aufgrund der geringen Quellenlage nur wenig bekannt. Allerdings wissen wir, dass der Salon oder die „Gute Stube“ nur zu besonderen Gelegenheiten, wie beispielsweise bei Familienfesten oder hohen Besuch, genutzt wurde. Aber selbst wenn man von diesem besonderen Zimmer und dessen Einrichtungsstil absieht wissen wir, dass Biedermeiermöbel im ganzen Haus oder der ganzen Wohnung verteilt waren und selbstverständlich für ihre Zwecke genutzt wurden. Die Möbel des Biedermeier wurden für die Wohnraumgestaltung und für die Schaffung eines harmonischen Gesamtbildes in den Zimmern in Pendants und Paaren angefertigt. Die Innenraumgestaltung des Biedermeiers wandelte sich zwischen den Jahren von 1800 bis 1845 von geradliniger Schlichtheit bis hin zu enormer Überfrachtung.
Die schönen Möbel des Biedermeiers erfreuen sich auch noch Heute im 21. Jahrhundert großer Beliebtheit bei der Einrichtung und Ausgestaltung von Wohnräumen. Interessant ist, dass das Biedermeier dabei keine neuen Möbel erfunden, aber bestehendes Mobiliar kultiviert und bestimmte Formen geprägt hat.
Wenn es eine Top Ten der Biedermeiermöbel geben würde, dann stünde der Sekretär oder Schreibschrank an der Spitze dieser Top Ten. Dieses Möbelstück ist der Inbegriff eines Biedermeiermöbels, denn er verbindet eine imposante architektonische Wirkung mit einem hohen Wert für den täglichen Gebrauch. Die Wurzeln des Sekretärs liegen in Frankreich. Die typischen Formen des Sekretärs verdanken wir dem Klassizismus, welcher den architektonischen Aufbau der Fassadengliederung mit Motiven aus der Fassadenarchitektur revolutionierte. Basis, Körper, Gesims, Giebel und seitliche Pfeiler oder Säulen gepaart mit einem Giebelaufsatz strukturierten den Aufbau des Sekretärs.
Neben Schriebschränken brachte das Biedermeier auch Kleider- und Bücherschränke hervor, welche leicht zu unterscheiden waren. Die Kleiderschränke waren durch eine geschlossene Front gekennzeichnet, wobei die Front der Bücherschränke meistens nur zu einem Drittel geschlossen und zu zwei Drittel verglast war. Der Aufbau der Biedermeierschränke war durch einen Sockel, das Kranzgesims und den Seitenabschlüssen geprägt.
Wie bereits erwähnt spielten Pendants und Paare bei der Raumgestaltung im Biedermeier eine große Rolle. Die Kommode fand im Biedermeier unterhalb des Fensters und gegenüber vom Kamin seinen Platz und die Gestaltungselemente der Kommode waren dem Kamin sehr ähnlich. Die Kommode war sehr kantig aufgebaut, wobei flankierende Säulen oder Pilaster, welche über einer Sockelfläche aufgelagert waren, die oberste Schublade mit der Deckplatte trugen. Die Anzahl der Schieber war variabel und entschied schlussendlich über die Höhe der Kommode, welche auf vier identischen Füßen stand.
Allen Möbeln des Biedermeiers war eines gleich, alle Möbel wurden aufwendig mit hochwertigem Fournier verziert, welches kunstvolle Muster auf die Fronten der Möbel brachte. Die Stühle des Biedermeiers zeichneten sich neben der Verarbeitung von Fournier für die Oberflächengestaltung auch noch durch die Verwendung edler Stoffe auf dem Polstern aus. Dank alter Rechnungen, welche uns heute als Quellen dienen, wissen wir, dass die Polsterung von Biedermeierstühlen zum Teil mit Hilfe von Sprungfedern hergestellt wurde. Armlehnstühle wurden als Ergänzung zu Stuhlsets hergestellt und folgten der Formensprache der Stühle, welche durch gebogene Lehnen und ausgestellte Beine gekennzeichnet waren und ergänzten diese Form dann durch seitlich angebrachte Armlehnen. Der Biedermeierstuhl spielte in den Räumen der Häuser eine große Rolle und musste den Anspruch erfüllen, leicht umgestellt werden zu können.
Der Tisch, welcher zumeist eine runde Form hatte, war die sinnvolle Ergänzung zu den Stühlen und diente dazu einen zentralen Platz im Salon zu schaffen, um welchen man sich zum Plausch, zum Wein, zur Handarbeit oder zum Teetrinken treffen konnte. Der runde Tisch ist die dominierende Tischform des Biedermeiers, weil eine runde Platte das größte nur mögliche Angebot an Fläche schafft und durch die Aufhebung von „oben“ und „unten“ keine Rangordnung zulässt.
Zu den weiteren Möbeln, die in einem Biedermeierhaushalt zu finden waren, gehörten Sessel, Beistelltische, Vitrinen und Etageren, sowie Ofen- und Lichtschirme und der Trumeauspiegel. Um die Möbelstücke des Biedermeiers zu charakterisieren muss man die Worte „präsent“, „elegant“ und „ausdruckstark“ heranziehen um diesen Möbeln und ihrer Formensprache gerecht zu werden. Aufgrund der ausdruckstarken, präsenten und eleganten Form ist es einfach unmöglich ein Biedermeiermöbelstück in einem Raum als Gestaltungs- oder Gebrauchselement zu übersehen.